Was ist eigentlich eine Genossenschaft?

Shownotes

Was macht eine Wohnungsgenossenschaft eigentlich aus?

In dieser Folge von „Hallo Nachbar!“ sprechen Katja und Alex darüber, wie Genossenschaften entstanden sind und was das Prinzip bis heute besonders macht.

Dabei geht es unter anderem um:

  • die Idee hinter einer Wohnungsgenossenschaft
  • Mitbestimmung und die Vertreterversammlung
  • Genossenschaftsanteile und was mit dem eingezahlten Geld passiert
  • die Unterschiede zu anderen Vermietern
  • moderate Mieten und lebenslanges Wohnrecht
  • Investitionen in Sanierung, Modernisierung und Neubau

Außerdem gibt es wieder den Mieterbrief der Woche: Was passiert eigentlich mit den Genossenschaftsanteilen – und wann bekommt man sie nach einem Auszug zurück?

„Hallo Nachbar!“ – der Podcast rund ums Leben bei der WBG Brandenburg.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo, junge Frau.

00:00:01: Guten Tag Katja!

00:00:03: Hi Alex, schön dich zu hören.

00:00:05: Hm...

00:00:06: Hast du Lust mit mir über das Thema Genossenschaft zu sprechen?

00:00:09: Immer.

00:00:10: Hallo Nachbar!

00:00:12: Der Podcast der sich rund

00:00:13: ums

00:00:14: Leben bei der WBG

00:00:15: Brandenburg dreht.

00:00:21: BG ist eine Genossenschaft.

00:00:24: Jaa...

00:00:26: Sich natürlich.

00:00:27: was bedeutet dass eigentlich eine Genossen schafft

00:00:30: im Vergleich zur anderen

00:00:32: überhaupt?

00:00:33: also was?

00:00:34: warum gibt es eine genossenshaft?

00:00:37: Antwortet man jemand, der fragt sag mal was ist eigentlich eine Genossenschaft?

00:00:41: Also ganz simpelmal gesprochen.

00:00:43: Es gibt Menschen die das gleiche Bedürfnis haben sich zusammentun weil man es alleine nicht schafft aber in der Gemeinschaft das Ziel erreichen kann.

00:00:54: also so war das.

00:00:55: zum Beispiel nach dem Krieg gab's ja ganz wenig Wohnraum zerstörten Wohnraum Und die meisten Genossenschaften sind nach dem Krieg in den Fünfzigerjahren entstanden, indem sich Menschen zusammen Taten und eine Genossschaft gegründet haben um gemeinsame Arbeit zum Beispiel Arbeitsstunden Wohnraum wieder zu sanieren oder neu aufzubauen.

00:01:20: Das ist heute natürlich überhaupt nicht mehr unvorstellbar.

00:01:24: aber wir haben auch Mitglieder die an die hundert Jahre alt Und die ihr auch persönlich in meinem beruflichen Leben hier in der Genossenschaft mal besucht und gratuliert habt.

00:01:35: Die haben mir erzählt, wie das war oder haben mir ihre Arbeitsbücher gezeigt, wie viele Arbeitsstunden sie geleistet haben und später im Laufe der Jahre – wo es dann natürlich mehr Firmen gehabt hat, Baufirmen, die gewerblich Wohnraum erstellt haben.

00:01:54: rückten die Arbeitsstunden in den Hintergrund und das Einzahlen von Geldern statt Arbeitsleistung rückte immer weiter in den Vordergrund.

00:02:03: Und so, also mit dieser Einzahlung dieser Gelder wird meistens nach Wohnungsgröße vielleicht manche Genossenschaften machen das nach Quadratmeter bei uns ist es nach Zimmeranzahl muss man eine gewisse Summe einzahlen Und dann werden diese Gelder auch oder wurden auch und werden heute immer noch verwendet, um Wohnraum zu schaffen oder zu erhalten.

00:02:28: Verstehe!

00:02:29: Ich habe jetzt viel geredet.

00:02:30: War da ja irgendwas was du verstanden hast?

00:02:33: Ja

00:02:33: auf alle Fälle ich hab glaube ich verstanden.

00:02:34: also es kommen Menschen zusammen die das gleiche Ziel haben und in dem Fall dann eben Wohnraum schaffen oder so ist zumindest so entstanden und die sich dann in einer Rechtsform zusammen finden die bestimmten Regularien unterliegt, weil es ist ja nicht so dass dann jeder da drinnen in der Genossenschaft machen kann was er will.

00:02:54: Es gibt mit Bestimmungsrechte welche?

00:02:59: Also in der genossenschaft die besteht natürlich aus Mitgliedern die eingezahlt haben und diese Mitglieder wählen Vertreter.

00:03:10: Und diese Vertretern wählen den Aufsichtsrat Die Vorstände.

00:03:18: Also schon mal durch diese Gremien, die Pyramide ist so ein Mitbestimmungsrecht.

00:03:24: Durchzieht sich das halt durch unsere Genossenschaft oder durch genossenschaften allgemein?

00:03:29: Also dass die Basis bestimmt wie es halt aufgebaut ist und einmal im Jahr gibt sie Vertreterversammlung.

00:03:37: bei uns ist in der Regel im Juni Und da werden Beschlüsse gefasst oder bestätigt Der Jahresabschluss bestätigt, also da kann man sich einbringen und wenn man aber auch alltägliche Anfragen hat, Wünsche hat.

00:03:56: Wenn man was gestalten will in seinem Quartier wo man wohnt das ist meistens der Antrieb von Vertretern die unter Umständen auch von Nachbarn oder Freunden mal auf Themen aufmerksam gemacht werden, die sie gerne einbringen können.

00:04:11: Dann werden die bei uns auch bearbeitet.

00:04:13: was kann man machen dass unsere Mitglieder sich wohler fühlen in ihren Quartieren?

00:04:20: Kann jeder zu dieser Mitgliederversammlung kommen?

00:04:23: Das ist keine Mitgliederversammlung?

00:04:24: Oder Vertreterversammlungen?

00:04:25: Nein, man muss natürlich Vertretern sein aber die Mitglieder wählen alle fünf Jahre Ihre Vertreter, letztes Jahr wurde zum Beispiel über uns gewählt.

00:04:34: Verstehe

00:04:36: und da kann man sich dann auch aufstellen lassen?

00:04:38: Genau!

00:04:38: Man kann sie selber aufstellen.

00:04:40: lasst es gibt ja so eine Liste.

00:04:42: Kann man sich melden oder Nachbarn schlagen jemanden als Vertretern vor Und wenn der halt gewählt wird dann rutscht er in die Vertretersammlung.

00:04:54: verstehe Dann gibt's ja noch das Thema Anteile an einer Genossenschaft.

00:05:00: also gehört mir tatsächlich etwas Monitäres.

00:05:04: Materiel ist daran?

00:05:06: Dadurch, dass man eben einzahlt... ...ist man ein Teil der Genossenschaft.

00:05:11: Verstehe!

00:05:12: Dazu hätte ich nämlich auch einen Mieterbrief der Woche.

00:05:15: Bist du dann interessiert?

00:05:16: Natürlich!

00:05:28: Ich wohne nun schon viele Jahre bei der Genassenschaft und habe damals auch meine Anteiler eingezahlt.

00:05:33: Neulich kam das Thema bei einer Familienfeier auf und da wurde ich gefragt was eigentlich mit dem Geld passiert.

00:05:39: Ehrlich gesagt konnte ich das gar nicht so genau beantworten.

00:05:41: Liegt es eigentlich irgendwo auf einem Konto, wird damit gebaut?

00:05:44: und was passiert eigentlich wenn man wieder auszieht?

00:05:47: Vielleicht können Sie das mal einfach erklären.

00:05:51: Also die Anteile gehen bei uns aufs Konto – das stimmt!

00:05:54: Und wie viele andere Gelder auch, wie die Mieteinnahmen oder auch Fördermittel, die wir bekommen, investieren wir.

00:06:01: aber grundsätzlich sind alle Anteilen, die eingezahlt werden, während der Bilanz als Geschäftsgut haben ausge- ausgewiesen.

00:06:11: Also man kann mit diesen Geldern auch nicht an der Börse spekulieren, also alles Geld wird wieder bei uns finanziert, also fließt wieder in die Bestände rein.

00:06:21: Und wenn ich ausziehe?

00:06:23: Dann muss man seine Mitgliedschaft kündigen, wie ich es schon mal erklärt hatte.

00:06:26: Und dann bekommt man die ausgezahlt aber auch erst nach der Vertreterversammlung, weil die Vertretern geben die Gelder frei.

00:06:34: Das ist halt so.

00:06:35: ein Prozedere steht bei uns in Ersatzung.

00:06:38: Die Satzung kriegt man immer mit Abschluss des Mietvertrages und mit Abs.

00:06:42: Schluss der Mitgliedtschaft.

00:06:44: D.h.,

00:06:44: ich kriege das Geld, nachdem ich ausgezogen bin für meine Mitgliedenschaft nicht sofort sondern ich muss bis zur nächsten Vertretersamlung warten?

00:06:53: Genau.

00:06:53: Und die Königungsfrist.

00:06:54: halt muss dann schon durch sein.

00:06:56: Das kann manchmal auch bis zu zwei Jahre dauern, das ist immer sehr unterschiedlich und für manche auch nicht sehr befriedigend.

00:07:03: aber das ist halt die Satzung.

00:07:05: Verstehe ermöglicht ja auch eine gewisse Planbarkeit?

00:07:09: Auf

00:07:09: jeden Fall!

00:07:10: Wo würdest du die Unterschiede sehen zwischen herkömmlichen Vermietern?

00:07:15: also ich könnte jetzt hier mal die Vobra nennen zum Beispiel und eurer Genossenschaft?

00:07:21: Die Vobra is ein stetisches Unternehmen Ganz klassisch gesehen, die Wobarnem zum Beispiel als Sicherheit für ihre Mieteinnahmen von einem Mieter.

00:07:31: Keine Genossenschaftsanteile sondern eine Kozion.

00:07:35: Stimmt!

00:07:36: Ist ja auch zum Beispiel ein begrifflicher Unterschied.

00:07:39: Verstehe ich... Die Genossenschaft kann man sagen sie gehört dann ihren Mitgliedern?

00:07:47: Ja

00:07:48: Wie viele Mitglieder habt ihr?

00:07:50: Wir haben weniger als Wohnungen.

00:07:52: aktuell glaube Also über sechstausend Mitglieder, sechstausendfünfhundert sogar.

00:08:00: Und kommunizieren tut er mit denen zum Beispiel bei die Visa-V richtig?

00:08:04: Unter anderem?

00:08:05: natürlich gibt es auch...

00:08:07: Wobei man kurz vielleicht erklären muss was die Visa V ist.

00:08:10: Stimmt okay das wolltest du jetzt von mir.

00:08:12: also dass Visa V wird bei uns zweimal mehr an unsere Mitglieder versendet oder verteilt wo wir über aktuelle Bauvorhaben zum Beispiel berichten, über Veranstaltungen und natürlich auch was in der Vertreterversammlung passiert ist.

00:08:29: Das wird im Dezember veröffentlicht und die Vertretersamlung angekündigt wird dann wieder im Juni.

00:08:34: Kann man sagen oder gibt es Punkte wo du meinst das sind die Vorteile einer Genossenschaft dass man diese mal an zehn Fingern aufzählen kann?

00:08:44: An zehn haben schon...

00:08:46: Oder neun.

00:08:47: Ach, die zehn Gründe.

00:08:48: Also sag ich mal für mich auch wenn ich jetzt bin kein Mitglied und auch kein Mieter in der WBG aber der riesengroße Vorteil bei uns zum Mieten ist dass wir unsere Mieten selber deckeln.

00:09:02: also wir haben eine interne Mietpreisorientierung die wir alle zwei Jahre überarbeiten.

00:09:08: das heißt auch beim Miet erhöhen.

00:09:10: wir gehen nicht an die Obergrenze vom Mietspiegel.

00:09:16: Wir versuchen da immer preiswerten Wohnraum auf den Markt zu bringen, in sich eine breite Schicht der Bevölkerung leisten kann.

00:09:23: Wir haben ja auch verschiedene Wohnlagen und verschiedene Ausstattungen also jeder könnte bei uns fündig werden.

00:09:28: das ist so das grundlegende Ziel unserer Genossenschaft Und man hat bei uns ein lebenslanges Wohnrecht.

00:09:36: jetzt haben wir natürlich im Laufe der Jahre durch Abrisse die nach der Wende vor allen Dingen hohen Stücken er passiert sind Wohnungen leerziehen müssen.

00:09:47: oder auch bei Komplex Sanierung möchten wir unsere Häuser leer bekommen.

00:09:52: Aber jeder, der dort aus seinen Wohnungen raus musste hat bei uns Ersatzwohnraum bereitgestellt bekommen.

00:10:01: also man hat immer ein lebenslanges Wohnrecht bei uns in der Genossenschaft.

00:10:05: auch wenn man all das bedingt nicht mehr in seine Wohnung im dritten Etage beispielsweise reinkommt versuchen wir unser Mitglied natürlich Wohnraum zu geben, im Erdgeschoss oder mit Aufzug.

00:10:17: Das funktioniert nicht gleich immer sofort aber diejenigen kommen bei uns auch auf eine Warteliste und dann arbeiten wir die uns sukzessiver ab.

00:10:26: also das ist schon ein enormer Vorteil.

00:10:30: Also wir sind nicht gewinnorientiert.

00:10:32: Das wollte

00:10:33: ich gerade fragen.

00:10:33: es macht doch einen großen Unterschied aus wenn ich jetzt an Wohnungskonzerne denke oder so die Dividende ausschütten müssen in ihrer Aktionäre.

00:10:42: Das habt ihr ja nicht.

00:10:43: Genau, das haben wir nicht!

00:10:45: Was geschieht wenn Geld übrig bleibt?

00:10:49: Bleibt Geld übrig?

00:10:50: Wenn wir gut wirtschaften dann sind wir auch mal positiv in der Bilanz.

00:10:54: also bei uns wird jeglicher Gewinn immer wieder investiert in unsere Bestände dass wir immer besser werden oder Kredite abgelöst.

00:11:05: Also wir haben ja nicht alles aus der Tasche finanziert, was wir an Millionen jedes Jahr ausgeben.

00:11:12: Wir müssen schon auch Kredite aufnehmen.

00:11:17: Okay verstehe dafür reicht es dann noch nicht und die Mitglieder können jetzt auch keine Dividende erwarten sondern das fließt dann in den Bestand der Genossenschaften.

00:11:27: Und für Neubau Sanierung Modernisierung Entstandsetzung

00:11:31: genau habe ich gerade

00:11:32: Neubauer gesagt

00:11:34: Habe ich nicht so genau mitbekommen, aber wir haben einen Neubau bei uns.

00:11:39: Das ist eine Tagespflege in Norden.

00:11:42: Aber ein Hinweis, den ich jetzt mal noch dazu geben kann, wenn wir zum Beispiel modernisieren im einem Haus, dann hat ja ein Meter laut.

00:11:52: Mietrecht natürlich auch bei Beeinträchtigungen seiner Wohnsituation in der Zeit ein Mietminderungsrecht, aber unsere Genossenschaftsmitglieder nehmen das nicht in Anspruch.

00:12:04: Weil wir nach Abschluss der Modernisierungsmaßnahme die Umlage deckeln.

00:12:11: Also wir legen da nicht alles um, was wirklich geht.

00:12:14: Das ist sage ich mal auch ein Deal den wir mit unseren Mitgliedern haben und da ist glaube jeder glücklich!

00:12:20: Wir haben nicht den Verwaltungsaufwand und die Mieter haben dann eine moderate Miet-Erhöhung.

00:12:27: Würdest du wenn Du die Wahl hättest lieber bei einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft oder lieber bei der Genossenschaft mieten?

00:12:37: Also wenn du mich so fragst, ich bin ja nun natürlich auch stetig hier mit der Genossenschaft verwandelt und auch so viele Jahre hängt ja mein Herz dran.

00:12:49: Würde ich natürlich erst bei uns selber gucken bei der Genossingchaft.

00:12:52: aber ich muss sagen unsere Konkurrenz die stetische Vobra hat mit Sicherheit auch einen guten Service und auch gute Wohnungen.

00:13:00: also da will ich jetzt mal nicht sagen, da gehe ich nicht hin

00:13:05: Ganz versöhnliche Töne zum Abschluss.

00:13:07: Auf jeden Fall, ich bin kein streitsüchtiger Mensch.

00:13:11: Vielen Dank für das Gespräch!

00:13:13: Gerne.

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